Feige Forsttechnik - Produktkatalog 2018 - Teil 1 und 2 - page 110

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Informationen zu Rückewagen und Kränen
Wir haben uns vor etwa 10 Jahren für Källefall-Rückewagen und Kräne entschie-
den, weil uns der in Schweden und Litauen produzierende Hersteller FTG mit sei-
nen Produkten überzeugt hat. Die Qualität stimmte, die Produktzuverlässigkeit
und Langlebigkeit sowie auch die Preise entsprachen unseren Vorstellungen. Wir
wollten keine Billigprodukte aus Fernost verkaufen sondern Rückewagen und Krä-
ne, die langfristig ohne jegliche Komplikationen arbeiten und die mit den hiesigen
Verhältnissen zurechtkommen, also insbesondere mit schwerem Holz wie Buche
und Eiche. Unser Sortiment ist ausgerichtet auf den Brennholzwerber, Waldbauern
und kleineren Forstbetrieb.
Kaufberatung
Vor der Anschaffung eines Rückewagens oder Krans stehen immer die gleichen
Fragen an, die vor der Anschaffung entschieden werden sollten:
Anhänger: Der Rückewagen sollte zum Traktor passen, d.h. je schwerer und stärker
der Traktor desto größer kann auch der Anhänger sein. Große und schwere An-
hänger gehören nicht hinter kleine und leichte Traktoren. Als Anhaltspunkt kann
angenommen werden:
Quads, ATVs und Kleintraktoren: nur kleine Anhänger bis 1.5oo kg zGG
Traktoren bis 60 PS: Rückewagen mit nicht mehr als 7 t zGG
Traktoren 60-80 PS: Rückewagen bis max. 10 t zGG.
Traktoren ab 80 PS: Rückewagen bis max. 12 t zGG.
Wichtiger als das oft nur theoretische zulässige Gesamtgewicht und die zulässi-
ge Zuladung ist die Lastrahmenfläche/Schutzgitterfläche. Die allein gibt Auskunft
über das tatsächliche Ladevolumen und damit auch über die max. mögliche Zula-
dung. Das Ladevolumen errechnet sich aus Schutzgitterfläche x Holzlänge (üblich
5,10 m Abschnittslänge)
Alle in Deutschland in Verkehr zu bringenden Anhänger müssen ausnahmslos
einmal dem TÜV vorgestellt werden und erhalten dort eine Einzelabnahme mit
Gutachten zur Erlangung einer Betriebserlaubnis. Ohne dieses Gutachten darf
kein Anhänger in Verkehr gebracht werden.
Bremsen:
Hydraulische Bremsen
sind in Deutschland nicht zugelassen, bzw. werden als
nicht vorhanden angesehen. Anders in Belgien, Holland und Frankreich z.B. Dort
werden die Bremsen in Verbindung mit einem hydraulischen Bremsventil am Trak-
tor zum Verkehr zugelassen.
In Deutschland gilt mit hydraulischen Bremsen nur max. 4 t z.G.G., wobei die Achs-
last des Anhängers kleiner sein muß0 als die Hälfte des Leergewichtes des zie-
henden Traktors.
Auflaufbremsen
sind bis max. 8 t z.G.G. zugelassen, wodurch ggf. die Nutzlast ein-
geschränkt wird. Manche Kunden wählen Vorderachse Auflaufbremse und Hinter-
achse
Hydraulikbremse.
Damit hat man im Gelände eine zuverlässige Parkbremse
und eine auflaufunabhängige Arbeitsbremse.
Druckluftbremsen: sind in jedem Fall die beste Lösung, wenn der Traktor mit
Druckluft ausgestattet ist. In der Regel reicht eine gebremste Vorderachse, bei
sehr schweren Anhängern und grundsätzlich bei 40 km/h sollte Vierradbremse
gewählt werden.
Bereifung:
Bei kleinen Anhängern reichen die Standardbereifung 11,5/80x15,3. Bei 7 t Hängern
kann auch die breitere und damit bodenschonendere Bereifung 400/60x15,5 ge-
wählt werden.
Traction-Profil ist im Gelände in jedem Fall vorzuziehen. Bei Hängern ab 10 t kann
wahlweise auch die noch breitere Bereifung 500/50 x17 gewählt werden. Bei man-
chen Forstämtern wird das als Mindestbereifung bei Behördenaufträgen angege-
ben. Nur kleine und kurze Anhänger können ohne Deichsellenkung im Gelände
eingeschränkt bewegt werden. Bei größeren Hängern ist eine hydraulische Len-
kung unumgänglich.
Neben der hydraulischen Deichsellenkung gibt es auch die Boogie- oder Achs-
schemel-Lenkung. Wegen der erhöhten Standsicherheit und der Möglichkeit die
Rungen optimal zu positionieren ist die Deichsel-Lenkung vorzuziehen. Nur bei
kleineren Anhängern reicht ein Lenkzylinder. Bei größeren Hängern sollten in je-
dem Fall 2 Lenkzylinder vorhanden sein.
Lenkung:
Nur kleine und kurze Anhänger können ohne Deichsellenkung im Gelände ein-
geschränkt bewegt werden. Bei größeren Hängern ist eine hydraulische Lenkung
unumgänglich.
Neben der hydraulischen Deichsellenkung gibt es auch die Boogie- oder Achs-
schemel-Lenkung. Wegen der erhöhten Standsicherheit und der Möglichkeit die
Rungen optimal zu positionieren ist die Deichsel-Lenkung vorzuziehen. Nur bei
kleineren Anhängern reicht ein Lenkzylinder. Bei größeren Hängern sollten in je-
dem Fall 2 Lenkzylinder vorhanden sein.
Rahmen:
Man unterscheidet zwischen Zentralrohrrahmen und Doppelrohr- oder Leiterrah-
men. Der Zentralrohrrahmen ist aufwendiger herzustellen aufgrund der aufwen-
digen Rungenbänke. Er ist im Gelände besser, weil verdrehungssicherer. Doppel-
rohrrahmen werden in der Regel erst ab 12 t Hänger-Größe gewählt. Sie bieten
auch Vorteile bei der Montage von sehr großen Kränen. Die Rungen-Halterungen
sind verschweißt. Rahmenverlängerungen sind bei Doppelrohrrahmen leichter zu
realisieren und zumeist etwas kostengünstiger.
Hydraulische Abstützung:
Hydraulische Teleskop-Stützen sollten immer soweit wie möglich außen am Hän-
ger befestigt sein, vorzugsweise am Gitter und sie sollten möglichst lang sein.
Kurze Abstützungen sind gefährlich im Gelände. Flap-down Stützen sind oftmals
breiter und damit standsicherer, verlangen aber mehr Platz und sind für manche
Arbeiten nicht brauchbar (schmale Wege, Arbeit direkt neben Leitplanken etc.)
A-Rahmen-Abstützungen bei 3 Punkt-Anbaukränen sollten so breit wie eben mög-
lich sein, zumeist sind die Stützzylinder relativ kurz und damit ein weniger guter
Kompromiss.
Kräne:
Kräne sollten möglichst ein Weitwinkelgelenk aufweisen um ein komplettes Ein-
klappen des Krans zu ermöglichen, d.h. der Kran kann z.B. zusammengefaltet auf
das Holz gelegt werden. Kräne ohne Weitwinkelgelenk oder mit eingeschränktem
Weitwinkel schränken das Beladen des vorderen Anhängerteils ein und verlangen
nach dem Laden den Kran mit der Zange an einem herausstehenden Holz fest-
zusetzen.
Die
Hubkraft
eines Krans wird oft bei verschiedenen Entfernungen zur Kranmitte
und bei voller Ausladung angegeben. Wichtig ist zu unterscheiden zwischen der
Angabe der Hubkraft mit oder ohne Zange und Rotator. Die Hubkraft nimmt nicht
gleichmäßig mit dem Abstand zur Kranmitte ab. sondern variiert je nach Krangeo-
metrie.
Die genauen Angaben hierzu finden Sie nur im Lastdiagramm.
Das max.
Hubmoment
eines Krans (Kraft x Weg) wird in kNm angegeben und be-
zeichnet die maximale Ausfahrlänge x Hubkraft. Manche Hersteller nennen es
auch Tonnen-Meter.
Die
Kranlänge
bezeichnet den Abstand zwischen Bolzenmitte am Hauptarm und
Bolzenmitte am Ende des Auslegerarms.
Die
Reichweite
eines Krans ist definiert als Kranlänge + ½ max. Zangenöffnung.
Schwenkwerk:
Man unterscheidet zwischen geschweißtem und gegossenem Schwenkwerk. Ein
großdimensioniertes, gegossenes Schwenkwerk ist Grundvoraussetzung für lange
Lebensdauer des Krans. Das
Schwenkmoment
wird in kNm angegeben und gibt
Auskunft über das Drehmoment des Krans in Bezug auf die Ausfahrlänge. Das
Schwenkmoment ist vor allem wichtig beim Beladen gegen den Berg an Steil-
hängen. 4 Drehzylinder sind absolut notwendig. Manche Hersteller geben das
Schwenkmoment bei 180 bar Druck an. Andere Hersteller senken den Druck im
Schwenkwerk auf 120 bar um längere Lebensdauer zu garantieren.
Steuerung:
Bei der Kran-Steuerung haben Sie zu wählen zwischen Mehrhebel- oder Klavier-
hebel-Steuerung, der viel komfortableren (2 Hebel-) Euro Steuerung, oder der 2
Hebel-Steuerung mit 2 x elektrisch on/off. Weiterhin gibt es elektronische Joys-
tick-Steuerungen und Funksteuerungen.
Zange:
Die
Zangengröße
wird in m² angegeben und bezeichnet die Fläche die bei anein-
ander stehenden Zangenspitzen eingeschlossen wird. Je größer die Zange, desto
länger sind auch die Zangenarme. Lange Zangenarme schränken das Beladen des
vorderen Anhängers ein.
Die max. Öffnungsweite
gibt an wie weit die Zange geöffnet werden kann und
welche Holzdurchmesser maximal geladen werden können.
Hydraulikversorgung:
Wir unterscheiden zwischen Antrieb über Traktorhydraulik und Öleigenversorgung
mittels angebauter Ölpumpe oder Aufsteckpumpe. Wenn der Kran nur von einem
Traktor genutzt wird, reicht zumeist die Traktorhydraulik bei kleineren Kränen,
wenn die Pumpe eine Literleistung von über 30 L/min aufweist. Bei z.B. 6,30 m
Kränen reicht eine 40 l Pumpe völlig aus. Wichtig ist, dass der Kran je nach Traktor
unbedingt mit
STOU-Öl
oder
UTTO-
Öl gefüllt wird.
Standard-Hydrauliköl ist Gift für nasse Bremsen und Hydrauliköl/Getriebeöl-Kom-
binationen.
Wenn verschiedene Traktoren genutzt werden, sollte besser eine Öleigenversor-
gung gewählt werden.
Hydraulikanschlüsse:
Für den Kran braucht man eine Druckleitung und einen drucklosen Rücklauf. Für
die Deichsel-Lenkung benötigt man einen doppeltwirkenden Anschluss, für Hy-
draulikbremsen ebenfalls einen doppeltwirkenden Anschluss oder aber Vorlauf
und drucklosen Rücklauf. Sinnvollerweise sollte man bei Hydraulikbremsen aber
ein Druckminderungsventil mit Mengenregler und Bypass verwenden, welches Hy-
draulikdruck und Ölmenge begrenzt.
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